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DIE RHEINPFALZ: Chor sucht Chef mit Herz standard

OPPAU: "Take Four“ geht ungewöhnliche Wege nach Abschied von Leiter Fritz Neuer – Nachfolger muss „zur Gemeinschaft passen“

- VON ULRIKE MINOR -


Es ist kein „Allerweltschor“, und es ist kein gewöhnlicher Wechsel eines Chorleiters: Der Junge Chor „Take Four“ aus Oppau sucht mit einer offensiven und originellen Kampagne einen neuen „Chef“. Er oder sie wird in große Fußstapfen treten, denn der bisherige Chorleiter Fritz Neuer legt nach fast 40 sehr erfolgreichen Jahren den Dirigentenstab aus der Hand.

„Chorleiter gesucht – aber bitte mit Herz“ steht als Titel über einer Internetseite, die die Aktiven des Sängerlandes erstellt haben, und auf Info-Zetteln. Sängerland Oppau 2005 ist der Vereinsname des Jungen Chors. Der Slogan entstand spontan bei einer Chorprobe, erzählt Ingo Hentel, der Vorsitzende des Sängerlandes. Warum mit Herz? „Wir suchen jemanden, der nicht nur zwei Stunden vor dem Chor steht und dirigiert, sondern der in unsere Gemeinschaft passt“, erläutert Hentel. Denn das „Wirgefühl“ im Chor ist groß, der Zusammenhalt eng.

45 Sänger von acht bis 44
Jahren sind im Chor aktiv. Es
gibt keine Nachwuchssorgen.


Nachwuchsprobleme kennt der Chor nicht. 45 Sängerinnen und Sänger zwischen acht und 44 Jahren treffen sich jeden Freitagabend um sechs zur Probe, geben viele Konzerte, räumen bei Wettbewerben Preise ab und unternehmen privat viel gemeinsam. "Gemeinschaftssinn, Disziplin, Begeisterung für Musik und das Denken jenseits von Konventionen“ hätten sie von Fritz Neuer gelernt, erzählen die Vorstandsmitglieder. „Wir passen in keine Kategorie“, meinen Hentel und Anuschka Natter, die im Sängerland für die Öffentlichkeitsarbeit sorgt. Zum einen wegen der Altersstruktur – bei Chorwettbewerben sprengt der Junge Chor jede Klassifizierung –, zum anderen wegen des konsequenten A-cappella-Gesangs und zum dritten, weil der Chor ohne Noten probt und singt. Das Repertoire reicht vom Volkslied bis zum Musical, von Pop bis Rock. Die Sänger kommen aus dem weiteren Umkreis.

FritzNeuer
Gibt nach 40 Jahren den
Dirigentenstab ab: Fritz Neuer.


Der Oppauer Fritz Neuer hat als Student vor fast 40 Jahren im Sängerbund Oppau mit der Chorarbeit begonnen. Er gründete die Oppauer
Dorfschwalben und den Kinderchor Dorfschwälbchen und machte sie zu einem weithin bekannten Ensemble. Vor sechs Jahren trennten sich die „Schwalben“ mitsamt ihrem Chorleiter vom Sängerbund und gründeten einen eigenen Verein, das Sängerland. Der Junge Chor „Take Four“ wuchs schnell von 23 auf jetzt 45 Sänger und machte in der gewohnten Qualität weiter Musik. Erste Preise bei internationalen Chorwettbewerben sind fast schon „normal“. Deswegen sucht der „Take Four“ eine Chorleitung mit Erfahrung, um das Niveau halten zu können. Neuer hat die Stücke auf „seinen“ Chor zugeschnitten – Kenntnisse im Arrangieren sollten also vorhanden sein. „Wir sind aber für alles offen“, bekräftigt Hentel, der die Sängerinnen und Sänger wegen Neuers „Ruhestand“ in einer schwierigen Zeit sieht: „Da sind schon Tränen geflossen“. „Ein Drittel von uns ist länger als 15 Jahre dabei, wir sind mit Fritz Neuer groß geworden“, bestätigt Natter.

Die „Sängerländer“ haben mit ihrer „Chorleiter-mit-Herz“-Kampagne Aufsehen erregt. Aus dem Chorverband lobten Verantwortliche diese
sympathische Werbung. Erste Interessenten haben sich bereits gemeldet, aber der Chor sucht weitere Bewerber.

KONTAKT
Weitere Infos im Internet auf den Seiten www.chorleitermitherz.de und www.saengerland.de

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Die Sängerinnen und Sänger des Jungen Chors „Take Four“ sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Sie wollen einen Chorleiter mit Erfahrung, der auch Stücke arrangieren kann.

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