„Tag des Liedes“ im Bürgerhaus Oppau gut besucht / Von Volksmusik bis Ethno-Pop

Die Leistungsbreite der Ludwigshafener Chöre ist beachtlich: Dies zeigte sich erneut beim „Tag des Liedes“ im Bürgerhaus Oppau, der gut
besucht war. Sozialdezernent Wolfgang van Vliet würdigte in seinem Grußwort das Engagement der Aktiven und das vielseitige Programm.

Und was nicht alles besungen wird: die Liebe, die Freude am Leben und auch die Freude am Singen selbst, für sich und andere. Die Oppauer
Chöre stellen dies jedes Jahr unter Beweis. In Zusammenarbeit mit der städtischen Seniorenförderung bieten sie ihrem meist älteren Publikum
„einen Strauß bunter Melodien“, von bekannten Volksliedern über Oldies von den Beatles bis hin zu modernem „Ethno-Pop“.

So sorgte der junge Chor „Take Four“ für Gänsehaut mit dem mehrstimmig vorgetragenen afrikanischen Silbenlied „Kayama“. Perfekt und präzise vorgetragen wurde die Volksweise „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ und „Irgendwo auf der Welt“ der Comedian Harmonists. Unter der Leitung von Fritz Neuer schaffte es „Take Four“ beim „Grand Prix der Chöre“ unter die 40 Besten aus Deutschland zu kommen und war bei den besten drei aus Rheinland-Pfalz. Bis 2005 waren sie noch unter dem Namen „Oppauer Dorfschwalben“ bekannt. Sie spalteten sich ab und gründeten den Verein „Sängerland 2005 Oppau“. Die verbliebenen jungen Chormitglieder im Sängerbund Oppau gründeten den Projektchor „Pop Voices“, der mit englischsprachigen Liedern ein modernes Image pflegt.

Weitere Mitwirkende beim Tag des Liedes waren der katholische und evangelische Kirchenchor, der Männerchor 1879, der Liederkranz 1843
und der gemischte Chor des Sängerbunds. Alle kamen zum Finale noch einmal auf der Bühne zusammen und sangen „Liebe das Leben“: ein
eindrucksvolles Bild und unüberhörbar.

Wie jedes Jahr wurden die älteste Dame und der älteste anwesende Herr im Saal geehrt und mit einer kleinen Aufmerksamkeit beschenkt. Anni Vogel (90) ist zufälligerweise die Mutter des Seniorenbeauftragten der Stadt. Und für Wolf Vogel war bei diesem „Tag des Liedes“ ein Stück Wehmut dabei, denn nächstes Jahr wird er zu dieser Zeit bereits pensioniert sein.

Ältester Herr im Saal war Hans Bayer (84), selbst aktiver Sänger im Liederkranz. Bayer war als Oberbaurat der Stadt am Bau des
Bürgerhauses beteiligt: Eine Zeichnung, die er höchstpersönlich von den Räumlichkeiten angefertigt hat, hängt heute noch immer hinter der
Bühne. hbg

Mannheimer Morgen
16. Mai 2007